
Die Heurechnung ist höher als im letzten Jahr, die Stromrechnung auch. Dann fragt ein Einsteller, ob die Pension teurer wird. Was sollte ein Pensionsplatz fürs Pferd also kosten, und wie berechnest du den Preis?
TL;DR
Ein fairer Pensionspreis bezahlt vier Dinge: deine Stunden und die deines Personals, was du für die Pferde kaufst, die laufenden Kosten des Stalls und den Verschleiß von Gebäuden und Maschinen. Darauf kommt ein Gewinn, dann die Umsatzsteuer, wenn du sie berechnest. Extras stehen auf einer eigenen Preisliste, und den Preis erhöhst du alle ein bis drei Jahre.
Die Methode
Das ist die Vollkostenrechnung von zwei staatlichen Beratungsstellen für die Landwirtschaft: der LEL Baden-Württemberg und der LfL Bayern. Sie bauen den Preis von den Kosten her auf, pro Pferd und Monat.
Zähl jede Stunde, auch deine
Arbeit ist der größte Kostenblock eines Pensionsstalls. Im Beispiel der LEL ist sie mehr als die Hälfte aller Kosten. Und es ist der Posten, den die meisten Ställe weglassen, weil der Betreiber die Arbeit umsonst macht.
Zähl ihn trotzdem. Ein Boxenpferd in Vollpension braucht etwa 20 Minuten Arbeit am Tag: Misten, Füttern, Heu, Rausbringen, Reinholen, Eindecken. Zwölf Pferde sind vier Stunden am Tag, jeden Tag. Das sind etwa 122 Stunden im Monat.
Setz diese Stunden mit dem an, was dich ein Stallhelfer kostet, nicht mit dem nackten Mindestlohn. Nimm den Stundenlohn, leg die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung drauf und dann noch ein Fünftel für bezahlten Urlaub und Krankheitstage. Die LEL rechnet deshalb mit mindestens 20 € pro Stunde.
Rechne die Kosten so, wie du einkaufst
Niemand weiß, wie viele Kilo Heu ein Pferd im Monat frisst. Was du letztes Jahr gekauft hast, weißt du aber. Fang dort an:
- Heu: 146 Rundballen im Jahr zu je 55 € sind 8.030 €.
- Kraftfutter: 15 Säcke im Monat zu je 15 € sind 225 €.
- Einstreu: 117 Ballen Stroh im Jahr zu je 40 € sind 4.680 €.
Rechne jeden Posten auf einen Monat um und teile ihn durch die Pferde. Bei 12 Pferden sind das 56 € Heu, 19 € Kraftfutter und 33 € Stroh pro Pferd.
Dann die laufenden Kosten des Stalls: Wasser, Strom, Versicherungen, Steuerberater, Pacht, Grundsteuer, Reparaturen. Teile ein Jahr davon durch 12 Monate und durch die Pferde. 13.400 € im Jahr bei 12 Pferden sind etwa 93 € pro Pferd und Monat.
Gebäude und Maschinen: über ihre Lebensdauer verteilen
Ein Stall oder ein Traktor kostet dich diesen Monat nichts, bis er ersetzt werden muss. Verteil seinen Wert deshalb auf die Jahre, die er hält. Das ist die Abschreibung: der Wert geteilt durch die Jahre.
- Stall, Boxen und Heulager: 195.000 € auf 25 Jahre sind 7.800 € im Jahr.
- Reitplatz: 50.000 € auf 20 Jahre sind 2.500 € im Jahr.
- Traktor und Maschinen: 30.000 € auf 10 Jahre sind 3.000 € im Jahr.
Das sind 13.300 € im Jahr, rund 92 € pro Pferd und Monat. Pachtest du den Stall, kommt die Pacht stattdessen zu den laufenden Kosten. Zahlst du einen Kredit ab? Dann gehören auch die Zinsen zu den laufenden Kosten.
Gewinn obendrauf, dann die Umsatzsteuer
Wer nur die Kosten deckt, kommt auf null raus. Ein Betrieb ist das noch nicht. Du brauchst Spielraum für leere Boxen, ein schlechtes Heujahr und das nächste Dach. Wir rechnen mit 20 % auf alle Kosten, deine Arbeit eingeschlossen.
Die Umsatzsteuer kommt zum Schluss. Bist du Kleinunternehmer nach § 19 UStG, schlägst du nichts auf. Sonst gilt für die Pensionspferdehaltung in der Regel der volle Satz von 19 %. Was genau für dich gilt, weiß dein Steuerberater.
Ein Rechenbeispiel
Hier der Stall mit 12 Pferden von oben. Die Zahlen sind Beispiele, kein Hinweis darauf, was Ställe verlangen. Setz deine eigenen ein.
| Posten | Pro Pferd und Monat |
|---|---|
| Heu, Kraftfutter und Stroh | 108 € |
| Laufende Kosten | 93 € |
| Gebäude und Maschinen | 92 € |
| Arbeit: 122 Stunden zu 20 €, auf 12 Pferde | 203 € |
| Kosten | 496 € |
| Gewinn, 20 %, aufgerundet | 104 € |
| Preis ohne Umsatzsteuer | 600 € |
| Umsatzsteuer 19 %, wenn du sie berechnest | 114 € |
| Preis mit Umsatzsteuer | 714 € |
Nimm jetzt die Zeile Arbeit heraus. Dieselbe Rechnung ergibt dann etwa 355 € ohne Umsatzsteuer. Zu diesem Preis ist dein eigener Arbeitstag nichts wert.
Extras einzeln berechnen
Der Pensionspreis gilt für das, was jedes Pferd bekommt. Alles, was nur manche Besitzer wollen, kommt auf eine Preisliste: Aufhalten beim Hufschmied, Eindecken, die Führanlage, Scheren. Berechne jedes Extra genauso: die Minuten, die es dauert, zu deinem Stundensatz, plus alles, was du dafür kaufst.
Eine Viertelstunde Eindecken am Tag sind etwa 7,6 Stunden im Monat, also 152 € bei 20 € pro Stunde.
Erhöhe den Preis nach Plan
Die Kosten steigen jedes Jahr, also sollte der Preis es auch tun. Die LEL rät: jedes Jahr prüfen und spätestens alle drei Jahre anpassen. Erhöhe ihn für alle Einsteller gleichzeitig, schriftlich und mit Begründung. Eine kleine Erhöhung zu einem bekannten Termin nimmt man leichter hin als eine große nach fünf ruhigen Jahren.
In zwei Minuten ausgerechnet
Unser kostenloser Pensionspreis-Rechner macht das alles für dich. Gib deine Pferde ein, deine Stunden am Tag und was eine Stunde wert ist, und öffne die Kosten, um sie so einzutragen, wie du einkaufst. Du bekommst den Preis, den Anteil deiner Arbeit daran und ein PDF und eine Excel-Tabelle, die du behalten oder deinen Einstellern zeigen kannst. Ohne Anmeldung.
Wenn du deinen Preis hast, berechnet Nose ihn für jedes Pferd an seinem eigenen Abrechnungstag, rechnet angebrochene Monate anteilig ab und nimmt die Extras dazu, sobald du sie einträgst. Du startest kostenlos, ohne Karte.


